Worum es geht

Musik ist Kunst!

Popmusik ist Musik für’s Leben!

Am 19. September erwartet die Hansestadt etwas, dass bisher niemand für möglich gehalten hätte: Musiker demonstrieren – sich selbst – mit einem Megakonzert für mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung. Mit dabei sind unter anderem die Wahlhamburger Duncan Townsend und Claudius Mach, die Kapelle Herrenweide und die Berliner Blasbeatkapelle beat’n blow mit Uli Wolf. Die Veranstaltung startet ab 13 Uhr mit einer Kundgebung am Beatlesplatz und zieht dann zum Spielbudenplatz, wo ab 14:30 Uhr bis in die Nacht hinein gerockt wird.

Die Veranstaltung steht unter dem Motto: Musik ist Kunst – Popmusik ist Musik für’s Leben. Auch Rock- und Popkünstler sollen von ihrer Kunst leben  können.

Warum das gar nicht so einfach ist, darauf soll durch die KOMM:POP/p aufmerksam gemacht werden:

Heute ist es relativ einfach, Musik zu machen – doch Qualität abzuliefern, ist nach wie vor eine anspruchsvolle Arbeit.

Die Musikindustrie sagte dieses Jahr bereits die popkomm ab, weil das Geld knapp ist. Insgesamt hält man sich mit neuen Projekten und Nachwuchskünstlern sehr zurück. Die meisten Radiosender spielen eine vorgegebene Auswahl immer wieder gleicher Songs – auch von hier ist wenig  Unterstützung für neue Talente zu bekommen.

Die GEMA kommt mit ihren Modellen dem aktuellen Stand der Technik und den damit verbunden Möglichkeiten kaum nach, so dass es auch hier für weniger bekannte Künstler sehr schwer ist, fair beteiligt zu werden – viele Abrechnungsmodelle scheinen sogar eher zu deren Nachteil.

Auch der Staat fördert die so genannten „U-Musiker” kaum und die Mehrzahl der Stiftungen und Förderungen kümmern sich nur um klassische Musik.

Projekte wie die Pop-Akademie sind gut und wichtig aber bisher Tropfen auf den heißen Stein.

Die Bezahlung für Auftritte in Kneipen und Clubs ist meist so gering, dass so mancher Gast erblassen würde, wenn er wüsste, dass ein Künstler davon leben möchte. Der Grund dafür ist allerdings, dass Liveclubs ebenfalls nur schwerlich gefördert werden und die Gäste selbst zwar gerne Musik hören wollen – aber nicht bereit sind, dafür zu zahlen. Wer richtig cool ist, kommt „auf Gästeliste”!

Geld mit Musik verdienen und bekannt werden ist gar nicht so einfach, selbst wenn man wirklich gute Qualität abliefert… nur an wen?

Fans wo seid Ihr?

Die KOMM:POP/p möchte Bewusstsein schaffen, dass Musik auch Arbeit ist  und den Menschen zeigen, was sie verpassen, wenn sie sich mit dem Einheitsbrei der Formatradios zufrieden geben. Alle Künstler spielen an diesem Tag (mal wieder) ohne Gage, doch gibt es bereits einige Firmen und Geschäftsleute, die für Kommunikation und Technik spenden und auch am Tag der Veranstaltung wird es möglich sein, sich mit einer Spende zu beteiligen. Also kommt, hört es Euch an und lasst Euch überraschen!

Support local music!

Es gibt am 19.9.09 großartige Musiker zu sehen und zu hören – eine wunderbare Möglichkeit, eine neue Lieblingsband zu finden und ab sofort zu unterstützen!

Initiator der Veranstaltung ist der Musiker Claudius Mach zusammen mit seiner Ehefrau, der Buchautorin Nina Deißler und Julia Staron von kukuun Booking. Der Spielbudenplatz und viele ehrenamtliche Helfer unterstützen das Projekt.

Wir freuen uns weiterhin sehr über:
Firmen, Institutionen, Stiftungen, Geschäfts- und Privatleute, die dieses Anliegen – auch finanziell - unterstützen.

Alle Infos nochmals in Kürze:

Die KOMM:POP findet statt am Samstag, 19.09.2009

Treffen um 13 Uhr am Beatlesplatz – dort Startkundgebung und musikalischer Zug über die Reeperbahn zum Spielbudenplatz

Bringt Plakate mit, wenn ihr mögt und tut Eure Meinung kund… wer glaubt, dass Musiker von ihrer Musik leben können sollten der ist dabei macht Musik!

Ab 14:30 Spielbudenplatz: Konzert und Kundgebung bis in die Nacht!

Mit dabei u.a.

Claudius Mach & GOLD

Uli Wolf & Band

Duncan Townsend & the Townsmen

Beat’n Blow

Die Kapelle Herrenweide

Blue Sinners

SimonsLorence

und noch einige andere hochkarätige Überraschungsgäste!

Text verfasst von Nina Mach

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macromedia

8 Antworten zu Worum es geht

  1. Hi Julia,

    ich weiß nicht, wie Ihr drauf kommt, aber dieses

    “Die GEMA schüttet Tantiemen für Werke an ihre Mitglieder nur ab einer bestimmten Größe bzw. einer Mindestrate an Airplays aus – alles darunter wird erst mal nur kassiert und dann über einen Topf prozentual aufgeteilt. So geben unbekanntere GEMA-Mitglieder zwar ab – bekommen aber fast nichts zurück.”

    ist falsch!!!

    Über M-Punkte für Aufführungen und Zuschläge auf Phono-VR bekommen auch nicht im Radio gespielte Autoren Gelder für Radioeinsätze. Die Mär von der Umverteilung von unten nach oben bei der Gema ist genau das – eine Mär. Es findet im Gegenteil eine Umverteilung von oben nach unten statt.

    Ich stehe immer gerne für Infos zur Verfügung.

    Gruß,

    Thomas

    • Lieber Thomas,
      auch wenn Julia sich für die KOMM:POP engagiert, wei man lesen kann, ist sie nicht Urheberin des Textes. Unsere Veranstaltung ist auch keine “Anti-GEMA-Demo”.
      Ich würde mich sehr freuen, wenn Du – da Du Dich gerade anbietest – bei Gelegenheit z.B. mal mit Claudius Mach treffen magst, und ihm helfen kannst: Er hat nämlich eine solche Aussage von der GEMA bekommen aufgrund einer Nachfrage, warum er von diversen Stücken, die öffentlich aufgeführt werden kein Geld bekommt. Er zeigt Dir gerne mal seine Abrechnungen – bestimmt hast Du eine Idee. Das wäre toll!

  2. Achso, und natürlich würden wir uns sehr freuen, Dich am 19.9. bei der Veranstaltung zu sehen.

    Was mir allerdings noch einfällt, was für GEMA-Mitglieder-Musiker echt doof ist – und das ist keine Mär:

    Spielt ein Musiker auf eigene Kappe irgendwo seine eigenen Lieder (wie kürzlich passiert: Timo Breker, Record Release Prinzenbar) muss er selber für die Aufführung seiner eigenen Songs, Gema bezahlen und bekommt dann ca. ein Drittel des Geldes wieder zurück. Hä?

    Komm, ma echt jetzt – oder hab ich da auch was ganz falsch verstanden???

  3. Mat

    Hi,

    Danke Nina, und ganz recht: Das soll ja wirklich keine Anti-Gema-Aktion werden. Eher eine Pro-was-uns-voranbringt-Demo. Um auch mal die guten Beispiele zu nennen (Quellen: hamburg.de/musikszene, PRINZ 09/09):

    Einige Hamburger Behörden sind aktiv geworden gegen das Clubsterben und haben den neuen Fonds “Live Concert Account” speziell für Clubbetreiber mit 170.000 Euro aufgesetzt. Damit sollen die GEMA-Gebühren der knapp 70 Clubs bezahlt werden, wenn dort im Gegenzug v.a. Livemusik von Bands & DJs gespielt wird. Die Verwaltung und Beratung übernimmt Rockcity und das Clubkombinat HH.

    Außerdem gab es einen einmaligen Zuschuss von 376.000 Euro, mit dem in Technik, Lärmschutz und einen Club-Award für Booking und Innovation investiert werden soll.

    Das ist die richtige Richtung, die uns Musikern hilft.

    Gruß – Mat / Simons Lorence

  4. Hallo Ihr Lieben,
    selbstverständlich hat, wie so oft, eigentlich jeder von euch ein bisschen recht. Aber das würde hier zu weit führen. Wir freuen uns, dass hier die Künstler selbst aktiv werden und ihre Foren hier in Hamburg so aktiv nutzen, wie sie es zur Zeit tun. RockCity arbeitet täglich und unermüdlich an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Musikschaffende in town. Gott sei Dank wurde unser Etat deshalb 2009 aufgestockt und so können wir unser Beratungs-, Kooperations- und Projektvolumen erhöhen. Und RockCity hat mit dem Clubkombinat einen schlagkräftigen Verband auf die Beine gestellt, der sich für die Clubs in HH einsetzt und bereits sehr viel erreicht hat (siehe oben bei Mat). Aber um junge Künstler in einen Markt zu pumpen, der nicht mehr antwortet, bedarf es täglicher harter und lauter Arbeit und entsetzlichen Durchsetzungsvermögen in aktiven Netzwerken möglichst interdisziplinär. Und das landes-, bundes und am besten weltweit. Institutionen wie unsere können dabei zum Sprungbrett, aber auch zum Partner werden, aber nicht zum Financier Einzelner.
    Support your local artist, Andrea

  5. growiak

    KOMMT ALLE! Die Diskussionen können doch später geführt werden, ist schliesslich eine komplizierte Materie. Aber was doch klar ist: Clubs sterben, gute Musiker können oft nicht überleben, mainstream rules und keinen interessiert’s. Oder? Dabei ist die Medien- und Finanzkrise, die schon lange auch eine der Musikindustrie ist, doch eine Riesenchance für kleine und unbekannte Interpreten und Bands. Gute Sachen hören wollen schließlich alle, auch wenn viele davon noch gar nichts wissen. :) Also: KOMMT ALLE!

  6. danke für die idee eine solche veranstaltung zu machen.

    das wurde auch höchste zeit.

    ich freue mich auf samstag!

    saaiin

  7. Mat

    Moin komm-pop-Kollegen,

    ich will hier mal eine kleine Umfrage starten. Wir fragen uns, welche Onlinetools man als Musiker wirklich braucht, wenn man sein Ding selber macht (und es nicht Plattenfirmen, Promotern überlassen will/kann, die eigenen Songs bekannter zu machen, neue Fans zu finden etc.).

    Umfrage:

    “Gibt es ein Leben nach Myspace? Welche Onlinetools braucht man als Musiker?”

    Für uns hat sich bewährt:

    1) Justaloud.com
    Community für Musiker + Fans.
    Kostenlos Downloadshop für eigene Musik aufmachen und als Widget auf andere Seiten mitnehmen. Clou: Preis pro Song startet immer bei 0 Cent und steigt mit der Nachfrage bis auf 99 Cent.

    2) Audiomagnet.de
    Auch ein exportierbarer Downloadshop, Song-Preise selbst bestimmbar. Mit dem (kostenpflichtigen) Pro-Account auch CD-on-Demand-Pressung, Labelcode für die Listung auf itunes, Napster etc. Community für Musiker + Fans mit Twitter-Feed etc.

    3) Hobnox.com
    Kostenloses Profil in der Community erstellen, aber ohne Shop. Plattform für Musik & Film mit eigenproduzierten OnlineTV-Channels, gute Top100-Wettbewerbe mit Festival und Sponsoren, großes Team in Berlin mit Moderatoren, Produzenten, Programmierern.

    +++

    Was funktioniert bei Euch?

    Gruß,
    Mat / Simons Lorence

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